7 Tipps für guten Sound

 Anfang Dezember haben sich Ali und Uwe im Café Wagner für uns Zeit genommen und eure Fragen rund um guten Sound beantwortet. Ali ist für den Ton im Kassablanca verantwortlich und betreibt das Studio Jena. Uwe macht vor allem Live den Sound in den Jenaer Clubs.

Wir haben für euch 7 Tipps zusammengestellt, welche die beiden an diesem Abend mit dem Publikum geteilt haben:

1. Ohne Kommunikation ist alles Mist

 „Die größten Probleme in Sachen Sound lassen sich nicht direkt am Pult lösen, sondern in einem Gespräch,“ meint Ali. In einem freundlichen Gespräch vorab lassen sich offene Fragen klären und Wünsche kommunizieren. Fragt beim Veranstalter nach einem Kontakt zum Techniker, wenn ihr unsicher seid, ob auf der Bühne alles vorhanden ist, was ihr für den Auftritt benötigt. Diese sind in der Regel dankbar, wenn es vorher eine Absprache gab und sie genau wissen, was auf sie zukommt.

Hilfreich für das gegenseitige Verständnis ist außerdem, wenn der Tontechniker selbst Musiker ist.

2. Der Soundcheck ist zum Checken da

Nutzt den Soundcheck gut aus. Wenn ihr mit Effekten arbeitet, nehmt euch die Zeit, alle Effekte, die ihr später verwendet durchzutesten. So erlebt ihr und das Publikum später keine bösen Überraschungen, wenn das Solo beispielsweise zu leise ist, weil ein bestimmter Effekt dafür nicht gecheckt wurde.

Ihr wisst am besten, wie ihr klingen wollt. Jemand aus der Band sollte darum beim Soundcheck kurz Publikum spielen und genau hinhören, wie es vor der Bühne ankommt – sofern er oder sie gerade nicht direkt am Soundcheck beteiligt ist.

3. Proberaumlautstärke = Bühnenlautstärke

Es erleichtert die Arbeit des Technikers, wenn die Band bereits einen guten Lautstärkepegel für sich gefunden hat, der konzerttauglich ist. Das erreicht man, indem man bereits bei den Proben in Bühnenlautstärke probt. Will heißen, dass weder Wohnzimmerlautstärke noch taubmachendes Geschepper für die Proben sinnvoll sind. Gehörschutz auf der Bühne ist zwar gut für die Gesundheit, sollte aber im besten Fall gar nicht erst nötig sein. Er verhindert auch ein Gefühl für die gesamte Lautstärke. Eine Faustregel für den Idealfall im Proberaum lautet: Ich muss den Musiker, der neben mir steht gut hören können.

4. Bühnenmonitor: Orientiert euch im Bandgefüge

Monitor gibt es nur auf Bestellung, wer nix sagt bekommt auch nix!

Wenn es darum geht den Bühnenmonitor einzurichten, beginnt für euch das Wunschkonzert. Jeder Musiker auf der Bühne darf bestimmen, was er oder sie auf seinem Monitor während des Konzerts hören muss. Antworten wie „von allem ein bisschen“ ist in der Regel nicht sinnvoll. Fragt euch also schon vorab bei den Proben, an welchen Bandkollegen ihr euch musikalisch am meisten orientiert.

5. Einen aussagekräftigen Rider erstellen

Der Rider ist die grundlegende Information für den Tontechniker vorab. Hier gebt ihr an, welche Technik in der Location für euren Auftritt benötigt wird. Um abzuklären, ob auch wirklich alles vor Ort sein kann, was ihr braucht, sendet ihr den Rider ein paar Wochen vor dem Konzert ab. Auf den Rider gehören Angaben zu den Personen und dem Instrumentarium, zu Strombedarf und Monitoren. Eine Liste mit den Kanälen für das Mischpult. Gebt dabei eure Maximalanforderungen für das Konzert an, damit Veranstalter und Techniker so genau wie möglich wissen, was sie erwartet.

Gut ist, wenn auf dem Rider eine kleine Landkarte des Bühnenaufbaus mit Piktogrammen dargestellt ist. Hier könnt ihr euch kostenfrei einen eigenen Rider erstellen:

 

https://en.musicotec.com/create-technical-rider

 

Ein guter Rider bewahrt alle vor Ort vor unangenehmen Überraschungen.

6. Hinterfragt eure Arrangements

 Wenn es manchmal etwas mulmig auf der Bühne klingt, kann das auch neben der Technik am Aufbau des Songs liegen.

Manchmal liegt der Grund für schlechten Sound schon in der Komposition der Songs begraben. Achtet darum schon beim Songwriting auf ein angenehmes Arrangement der Instrumente, bei dem niemand untergeht. Fragt euch, welche Instrumente wann besonders präsent sein sollen – etwa bei Soloparts – und wann wer im Gefüge etwas zurücktreten muss, um den Gesamtklang stimmig erscheinen zu lassen. Wenn ihr mit der Gitarre in dem Frequenzbereich des Sängers spielt, kann der Gesang schnell matschig wirken.

Satter, voller Klang bedeutet nicht immer unbedingt alle auf einmal.

7. Vor dem Studiotermin: Üben!

Bevor ihr ins Studio geht, müssen die Songs zu 110% sitzen. Dafür muss natürlich viel geübt werden. „Ihr glaubt gar nicht, was ich alles im Studio korrigieren muss,“ meint Ali, der schon einige Erfahrungen mit unvorbereitenen Bands gemacht hat. Um eure Zeit und die des Technikers gut zu nutzen, ist also eine sehr gute Vorbereitung wichtig. Je besser eure Songs sitzen, desto besser wird die Studiosession für alle beteiligten.

Sich im Proberaum selbst aufzunehmen und die Aufnahmen dann kritisch anzuhören, ist dabei ein gutes Mittel. So bekommt ihr ein Gefühl für euer Bandgefüge und trainiert euer Gehör auf die Feinheiten eurer Musik.

Wieder gilt es, das Arrangement eurer Band gut abgestimmt zu haben, damit ihr mit dem Ergebnis der Aufnahme zufrieden sein könnt.